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Emster Bankräuber muss 8 Jahre ins Gefängnis

Hagen. Acht Jahre Gefängnis für den dreifachen Bankräuber von Emst. Bei diesem – für Hagener Verhältnisse – ungewöhnlich harten Urteilsspruch erstarrte am Mittwoch der Gesichtsausdruck des stets freundlich lächelnden Angeklagten Matthias B. (31).
Sein Verteidiger Michael Aßhauer kündigte sofort „Revision” an.

Die Höhe des Strafmaßes der 1. Strafkammer des Landgerichts beeindruckte nicht nur die nahen Angehörigen des jungen Mannes, die geradezu ungläubig nach der Verhandlung auf ihren Stühlen sitzen blieben. Selbst Staatsanwalt Esken, der genau diese acht Jahre in seinem Plädoyer gefordert hatte, zeigte sich nach dem Urteil überrascht: „Gerechnet habe ich ehrlich gesagt damit nicht.”

Zumal das Gericht – anders als der Staatsanwalt – alle drei Sparkassenraube sogar als „minder schwere Fälle” eingestuft hatte und Vorsitzende Richterin Heike Hartmann-Garschagen in ihrer Urteilsbegründung durchaus noch viele milde Worte für Matthias B. fand: Er habe sich seinerzeit mit aggressiven Gläubigern und russischen Geldeintreibern im Rücken in einer Art „psychischen Ausnahmesituation”, in einer „Konfliktsituation” befunden.

Der Angeklagte selbst hatte es so auf den Punkt gebracht: „Ich stand damals mit dem Rücken zur Wand. In meiner Situation gab es nur eine Wahl: Entweder von einem Hochhaus zu springen oder eine Bank auszurauben. Ich habe mich für den Bankraub entschieden.”

Dreimal, so sein reumütig abgelegtes Geständnis, überfiel Matthias B. dann das Geldinstitut, bei dem er selbst auch ein Konto hatte: die Sparkasse auf Emst. Am 24. Juli 2007, am 17. Dezember 2007 und am 27. März 2008. Dabei erbeutete er gut 51 000 Euro – mehr als 10 000 Euro sind wieder zurückgeflossen. Beim dritten Überfall dann die verhängnisvolle Panne: Dem Geldräuber rutschte der Rollkragen herunter, den er sich zur Tarnung bis über die Nase gezogen hatte. Fernsehzuschauer in Ostfriesland erkannten Matthias R. bei einer TV-Fahndung.

Richterin Heike Hartmann-Garschagen ging im Urteil auch auf die betroffenen Sparkassenmitarbeiter ein: „Sie waren der Angst ausgesetzt, erschossen zu werden.”

Quelle: www.derwesten.de

Online gestellt von Thomas Weppler.

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