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"Schießbude der Liga" am Sonntag bei Hagen 11

Mit 0:120 Toren in den ersten vier Punktspielen hat der Fußball-Bezirksligist Inter Bochum eine traurige Berühmtheit erlangt. Am kommenden Sonntag ist die „Schießbude der Liga” in Hagen zu bestaunen.

Ab 15 Uhr wird Gastgeber SpVg Hagen 11, das scheint sicher, auf dem Loheplatz etwas für sein Torverhältnis tun. So wie am vergangenen Sonntag der FSV Witten. Die Ruhrstädter legten dem bedauernswerten Inter-Schlussmann gleich 35 „Eier” ins Netz. Fabian Fröhning, in der vergangenen Saison noch Top-Torjäger des Kreisligisten TuS Esborn, traf beim 35:0 alleine 18 Mal. „Der Bochumer Torwart tat mir leid”, gestand der Ex-Esborner nach dem Spiel.

Dass der Aufsteiger die ersten vier Spieltage durchstehen würde, ohne das völlig chancenlose Team zurückzuziehen, damit hatte kaum jemand gerechnet. Ein 0:23 zum Auftakt gegen den VfB Schwelm machte schnell deutlich, dass die völlig neu formierte Inter-Mannschaft tatsächlich in der Bezirksliga so überfordert ist, wie es die Experten aufgrund der Testspielergebnisse hatten kommen sehen.

Wie berichtet, verabschiedeten sich die Sponsoren des Klubs nach dem Aufstieg und nahmen das komplette bisherige Team mit. Eine Gruppe von Freizeitkickern, die eigentlich in der C-Liga anfangen wollte, rückte nach. Durch den Eintritt in den für die Bezirksliga qualifizierten Klub wurden die Kosten für eine Vereinsneugründung gespart.

Wir werden kaum noch in den Genuss kommen, gegen Inter Bochum etwas für unser Torverhältnis tun zu dürfen”, hatte Hagen-11-Trainer Alfredo Pais nach dem Auftakt-Debakel des Neulings gemutmaßt. „Die werden schnell den Spaß verlieren und die Mannschaft abmelden.”

Dabei war das 0:23 gegen Schwelm am ersten Spieltag noch das bisher knappste Resultat. Ein 0:34 in Hattingen, ein 0:28 gegen Welper und zuletzt halt das 0:35 in Witten folgten. Am Sonntag geht es zur SpVg Hagen 11.

Coach Alfredo Pais sieht dem scheinbar ungleichen Duell keineswegs mit uneingeschränkter Vorfreude entgegen: „Bei solch einer Konstellation kann man eigentlich nur schlecht aussehen. Wenn wir 3:0 oder 5:0 gewinnen, ist das eine gefühlte Niederlage, wenn wie einen Gegentreffer kassieren auch”, so der Übungsleiter der Emster, „wir können nur versuchen, so konzentriert in das Spiel zu gehen wie in jede andere Partie und möglichst viele Tore zu schießen.” Bei 30 Treffern – alle drei Minuten einer – läge man genau im Schnitt.Ob die Bochumer Inter-Mannschaft, die am Sonntag auf dem Loheplatz aufläuft, mit der bisherigen identisch ist, darüber lassen sich allenfalls Mutmaßungen anstellen. Nachdem es zunächst hieß, im September würden Verstärkungen hinzukommen, sind schon ein neuer Trainer und zwei, drei neue Spieler aufgetaucht. „Knaller” sind die neuen Kicker aber kaum, wie das 0:35 zuletzt in Witten bewies.

Jetzt heißt es, zum 1. November wird der Bochumer Kader aufgestockt. Staffelleiter Michael Krauthausen, lange ohne Inter-Ansprechpartner, hat inzwischen immerhin einen Vorsitzenden und einen Geschäftsführer benannt bekommen. „Die wollen das wohl durchziehen”, weiß er zu berichten. Wenn dies stimmt, dann wird Hagen 11 nicht der einzige heimische Klub bleiben, der sich auf ein Schützenfest freuen darf.

Quelle: www.derwesten.de

Online gestellt von Thomas Weppler.

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